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Die
WUTACH beginnt ihren Weg ganz harmlos beim FELDSEE (östlich
unterhalb vom FELDBERG), den sie als SEEBACH verläßt.
Sie durchfließt den Titisee und wird dann "GUTACH"
genannt, bis sie sich mit der Haslach (die nahe
Lenzkirch, südlich vom Titisee entspringt) und dem
romantischen Rötenbach, der von Norden kommt, zur
WUTACH vereinigt. Alsbald schäumt sie durch einen
tiefen Graben, eine Schlucht, einen Canon, steht
(seit 1928) streng unter Naturschutz und ist bei
allen Naturfreunden berühmt. Denn in dieser
WUTACHSCHLUCHT halten sich vielerlei Pflanzen und
Tierarten, die andernorts längst ausgestorben sind:
Moose und Farne, Kräuter und Blumen. Es sind
insgesamt 1200 seltene Arten - darunter Hirschzunge,
Felsennelke sowie 30 verschiedene Orchideen.
An den sonnenwarmen Hängen, in den Schluchtwäldern,
finden Sie Esche und Ahorn, an den Südseiten Linden,
Trauben- und Stieleichen sowie Maulbeerbäume. Über
hundert Vogelarten leben hier, darunter Turmfalken,
Rote Milane und Eisvögel. Über 500
Schmetterlingsarten und mehr als 1000 Käferarten
kommen hinzu.
Die
Wutachschlucht ist eine natürliche, von Menschen fast unberührte
Schlucht im Schwarzwald. Mit 20.000 Jahren ist die
Schlucht auch noch sehr jung an Jahren und biologisch
und geologisch hochinteressant. Die wilde
Wutachschlucht zwischen Neustadt und Wutachmühle war
lange Zeit wegen ihrer Unwegsamkeit gefürchtet.
Der
aus Berlin stammende Publizist Friedrich Nicolai (1733-1811)
beschrieb 1781 dieses Stück Wutachschlucht seiner
Reise von Hüfingen nach Bonndorf mit
den Worten:
"...Über einen
steinigen Abhang fährt man bis Reiselfingen, dem
letzten fürstenbergischen Dorf. Hinter dem selben
wird der Weg steinig und unfahrbar. Selbst der
Fußsteig (denn im Wagen zu bleiben, ist nicht ratsam)
ist äußerst unwegsam und an einigen Stellen
gefährlich. Alles ist öde, fürchterlich und stumm."
Heute noch
wird die Schlucht nur von einer Straße durchquert.
Dieser einzige Übergang befindet sich an der
Schattenmühle.
Versetzen
wir uns ca.25.000 Jahre zurück in die letzte Eiszeit: Die
Hochlagen des Südschwarzwaldes lagen unter
einem dicken Eispanzer, von dem sich Gletscherzungen
auch nach Osten erstrecken. Das Schmelzwasser floss
als sogenannte "Feldbergdoman" durch die "Blumberger
Pforte", dieses ist der Eichberg und der Buchberg,
bis in das heutige Aitrachtal. Vor ca.18.000 Jahren
durch die Feldbergdoman von der gefällstarken
Ur-Wutach angezapft und nach Süden zum
Hochrhein umgelenkt (Umlenkknie). So entstand der
heutige Flusslauf der Wutach. Nach der Ablenkung
tiefte die Wutach ihr neues Bett bis 180 Meter unter
das alte Feldbergdoman ein. Heute noch ist
die Entwicklung durch den unbändigen Wildfluss nicht
abgeschlossen, und er wird auch in Zukunft das
Gesicht der Landschaft verändern. Der Fluss
entspringt am Feldberg als sogenannte "gute Ach",
fließt in den Feldsee und durch den Titisee, verlässt
diesen dann als Ach-"Gutach". Ab der
Rötenbachmündung wird der Fluss wild oder auch
wütende Ach, zur sogenannten "Wutach". Die
Schattenmühle ist die einzigste Gaststätte in
der Wutachschlucht. Bis 1873 stand die Mühle, in der
bis 1968 Getreide gemahlen wurde, in der alten
Dietfurt, am damals wichtigsten Übergang in die
Schweiz. Nur noch Mauerreste, ein Gewölbekeller, der
alte Mühlkanal und die Wegbegrenzungssteine erinnern
an die alte Mühle und den alten beschwerlichen Weg.
Man muss sich vorstellen, dass früher mit Pferde- und
Ochsenkarren die Wagen über diesen unwegsamen und
steilen Weg, nach oben gezogen werden mussten. Bis
1960 war in der Wutachschlucht nur eine Furt zum
Überqueren der Wutach vorhanden an der die Mühle
stand, die sogenannte "Dietfurt". Dietfurt
bedeutet "Volksfurt" - eine freie Furt. An solch
einer Furt musste man keinen Wegzoll bezahlen. An den
alten Weg erinnert noch heute der Pilgerweg, der 1858
erbaut und 1992 erneuert wurde. Der alte Übergang
wurde 1873 durch den heutigen Übergang bei der
Schattenmühle ersetzt. In der gleichen Zeit wurde mit
der alten Mühle an diesen Ort zum neuen Übergang
umgezogen. Die alte Straße mit immerhin bis zu 18 %
Steigung heute noch als Wanderweg noch zugänglich.
Die
Wutachschlucht ist in ihrer Art einmalig auf dieser Welt. Bitte
behandeln Sie die
Schlucht, als wäre es Ihre eigene und sie wird für
immer und für Alle ihren Reiz behalten können!
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